30. Januar 2016

Es muss doch Frühling werden

Es muss doch Frühling werden

Emmanuel Geibel 1815-1884

Und dräut der Winter noch so sehr,
mit trotzigen Gebärden.
Und streut er Eis und Schnee umher,
es muss doch Frühling werden.

Und drängen Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht,
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möcht vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und lässt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren!

Drum still, und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden,
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll‘ auf Erden:
Nur unverzagt auf Gott gebaut,
Es muss doch Frühling werden.


Zur Erinnerung an eine alte Dame, die den Text noch aus ihrer Schulzeit kannte und ihn mir aufgesagt hat. Mit großer Anstrengung, hat sie den ersten Vers auf eine Karte geschrieben, diese habe ich zum Geburtstag bekommen. Damit hat sie mir eine große Freude gemacht.

(Ich habe im Internet nach dem ganzen Text gesucht und ihn unter dem obrigen Link gefunden.)

Lieben Gruß von Cornelia

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